Aktionsmonat Juni 2019

LEISTEN WIR UNS DEN WIDERSTAND?!

Rechtspopulistische Parteien haben in Europa Aufwind. Die AfD in Deutschland, der Front National in Frankreich, die Lega in Italien, die FPÖ in Österreich haben in den letzten Jahren den Wähler*innenAnteil vergrössert. Und auch in der Schweiz ist die SVP seit Jahren die stärkste Partei. Weltweit haben Männer mit frauenfeindlichen und nationalistischen Ansichten das Sagen, wie Donald Trump in den USA oder Jair Bolsonaro in Brasilien. Viele genossen den langen, heissen Sommer im letzten Jahr. Und doch scheint er ein untrügliches Zeichen der klimaverändernden Erderwärmung zu sein. Sie führt auch dazu, dass die ersten Klimaflüchtlinge ihre Heimat wegen Naturkatastrophen und Abfolgen von Dürren und Hochwasser verlassen müssen, ohne dass ihnen bis jetzt die Flüchtlingseigenschaften der UNO zukommen. Alle zwei Wochen stirbt in der Schweiz eine Frau unter den Schlägen ihres (Ex-)Partners. Frauen verdienen immer noch 15 % weniger als ihre männlichen Kollegen und sind im Ständerat nur mit 15 % vertreten. Gegen diese Missstände – die Liste liesse sich noch um einiges fortsetzen – formiert sich aber auch vielerorts Widerstand: Frauen klagten in der Me-Too-Bewegung die Täter an, die ihnen sexualisierte Gewalt zufügten. Am 14. Juni rufen verschiedene Frauenkomittees zu einem nationalen Streiktag auf, an dem die Missstände, unter denen Frauen zu leiden haben, angeklagt werden sollen. Aufgerüttelt durch die mutige Greta Thunberg gehen europaweit Schüler*innen auf die Strasse und protestieren gegen die Untätigkeit der politischen Regierungen gegenüber der drohenden Klimakatastrophe. Auch immer mehr Erwachsene solidarisieren sich mit ihnen. Das sind Gründe genug, dass wir uns im Juni drei Wochen lang mit dem Thema «Widerstand» beschäftigen wollen. Wir wollen zurück schauen auf die Geschichte, die sich als eine Dialektik von Herrschaft und Widerstand zeigt. Eine neue Herausforderung zeigt sich im gegenwärtigen Kapitalismus, der es öfter schafft, kritische Stimmen zu absorbieren und sogar Profit daraus zu schlagen. Was können wir aus gescheiterten Widerstandsversuchen lernen? Leisten wir uns den Widerstand? Denn umsonst ist er nicht zu haben! Er braucht Zeit, zuweilen Mut, Phantasie und das Vermögen mit Durststrecken und Niederlagen umzugehen. Dabei können uns auch spirituelle Quellen helfen, um nicht zu verzagen, sondern von neuem aufzustehen und gemeinsam für eine menschenfreundlichere und naturbewahrende Welt zu kämpfen.