Heimat? Heimat!

Über Heimat nachzudenken führt in ganz verschiedene Richtungen.
Der Begriff schillert – er bezeichnet einen Ort, eine Zeit, ein Land, ein Gefühl.
Er ist unübersetzbar deutsch, denn in anderen Sprachen gibt es den Begriff nicht in dieser Breite der Bedeutung. Umso wichtiger ist es, zu erfahren, was Menschen anderer Muttersprache sich unter «Heimat» vorstellen, welche Vorstellungen wir teilen und welche verschieden sind. Gemeinsam sind uns vielleicht Ideen von Zugehörigkeit, Willkommen-Sein und Wärme. Der Heimatbegriff ist auch ein wenig «unheimlich». Er hat eine lange Geschichte, er wurde und wird auch zur Machtausübung und Abgrenzung benutzt.
Wir stellen in diesem Monat Fragen: Sind Sprache, Musik, Speisen, Landschaftsbilder und Erinnerung das, was Heimat ausmacht? Oder genügen die Familie oder Freun- dinnen und Freunde? Was kann Architektur dazu beitragen, dass ein Ort Heimat wird? Kann Heimat sich auch im Alltäglichen zeigen und wie? Finden wir Heimat auch in uns selbst?
Das Angebot, das Künstlerinnen und Künstler, Engagierte aus der Stadt- und Solidaritätsbewegung, Vereine, Genossenschaften und Kirchgemeinden zusammengestellt haben, reicht von Singen und Politisieren über Kreistanzen bis hin zu Yoga. Erzählcafés bieten die Möglichkeit, sich auszutauschen, das FlüchtlingsTheater Malaika thematisiert Kulturunterschiede, mit dem Maxim-Theater erkunden wir den Kreis 5. Es wird diskutiert, Texte in verschiedenen Sprachen werden gelesen, es wird spaziert und auch die «letzte Heimat», der Friedhof, fehlt nicht. Der Fokus des Aktionsmonats liegt auf dem Schaffen von Heimat. Viele Menschen bleiben nicht an ihren Geburtsorten, sie nehmen ihre Bedürfnisse mit zu neuen Heimaten. Diese gemeinsam zu gestalten ist eine wichtige Aufgabe und so vielfältig wie die Angebote in diesem Monat. Wir wünschen anregende Begegnungen. www.aktionsmonat.ch